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Für das Leben lernen

Der Prozess Facharbeit

Im Folgenden werde ich den Prozess, des Entstehens meiner Facharbeit beschreiben und näher darauf eingehen, wie es mir selbst dabei erging, welche Schwierigkeiten und welche Hindernisse es gab. Welche Kompromisse gemacht wurden und wie stark diese Arbeit mich selbst verändert hat.

Die Zeit des Arbeitens an der Facharbeit wird von vielen auf die 42 Tage zwischen dem Beginn des Halbjahres und dem Abgabetermin am 25. 09. begrenzt. Für einige, einschließlich mich, begann das Arbeiten jedoch wesentlich früher.

Schon mit der Themenfindung noch vor den Sommerferien begann es und hörte in ihnen auch nicht auf. Nachdem ich mein Thema gefunden hatte ging es daran, die Lektüre, auf die sich meine Arbeit beziehen sollte, mindestens bis zum Beginn des neuen Schuljahres gelesen zu haben.

Bereits in dieser Zeit musste ich viele Dinge, die ich gerne getan hätte, hinten anstellen, da diese Arbeit auch auf dem Abiturszeugnis erscheint, allerhöchste Priorität hatte.

Nach sechs Wochen voller Freude, welche, hatte ich ja meine Facharbeit im Hinterkopf, manchmal bitter schmeckte, ging es daran mit meiner Fachlehrerin genauer zu erarbeiten, auf was ich mich fokussieren sollte und wie mein Inhaltsverzeichnis möglicherweise aufgebaut werden könnte.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mich ziemlich in diesem letzten Punkt verbissen habe und so wertvolle Zeit verschwendete. Weiterhin gab es bereits hier erste Missverständnisse zwischen mir und meiner Fachlehrerin, die dazu führten, dass ich mir nicht sicher über das Ziel dieses Einstiegs war. Auch das wiederholte Beginnen mit meinem Inhaltsverzeichnis verwirrte mich in meinem Thema selbst, sodass das ich wiederum Zeit brauchte, um für mich zu sortieren, was wichtig war und was nicht.

Ich fing an, über mein Thema zu recherchieren und merkte bald, dass mir dieses half in Bezug auf die Gliederung und die Selektion der Fakten.

Das Buch, das bis dato zwar gelesen aber nicht analysiert in meinem Zimmer lag, wurde nun genauer unter die Lupe genommen. Welche Aspekte davon sind wichtig für meine Facharbeit, was kann ich eher außer Acht lassen? Wie habe ich bestimmte Abschnitte zu verstehen und was hält meine Fachlehrerin für wichtig?

Nachdem alle wichtigen Fragen geklärt waren, fing ich an zu schreiben.

In diesem Stadium der Facharbeit ging ich durch ein Wechselbad der Gefühle.

Einerseits euphorisch, da ich eine vollkommen klare Idee davon hatte, was ich als nächstes schreibe wollte, andererseits verzweifelt, weil ich vollkommen kopflos war und mir die zuerst klar erscheinende Idee unumsetzbar schien.

Zu diesem Empfinden führten vor allem die Missverständnisse zwischen mir und meiner Fachlehrerin, die meistens damit endeten, dass ich meine Idee aufgab oder teilweise ganze Seiten an bereits geschriebenem Text kürzen, abändern oder sogar vollkommen entfernen musste.

Auch war die Zeit des Arbeitens an der Facharbeit eine Zeit, in welcher ich immer wieder am Grat der Erschöpfung entlang wanderte und meine eigene Erholung hinten anstehen musste.

Im gleichen Maße wie meine Erholung, mussten auch meine Freunde und meine Freundin einstecken, da ich immer wieder tagelang vor dem Computer saß, um die Arbeit zu schaffen. Ebenso erging es meiner Familie, welche zwar immer wieder versuchte mich zu unterstützen, aber dies nur in begrenztem Maße konnte, beispielsweise durch Korrekturlesen oder hilfreiche Diskussionen zu meiner Haltung zur Arbeit.

Oftmals gebot mir meine Mutter Einhalt in Bezug auf meine Arbeitszeit.

Heute kann ich sagen, dass ich vieles durch eine bessere Zeiteinteilung hätte entspannter gestalten können.

Abschließend stellt sich für mich nun die Frage, ob diese Zeitspanne des Planens, des Recherchierens, des Schreibens, des Korrigierens und Neuschreibens etwas war, das mich für mein Leben geprägt hat.

Betrachtet man die relativ kurze Zeitspanne dieser Arbeit im Vergleich zu meiner gesamten Schulzeit, so könnte man zu dem Schluss kommen, dass ich wahrscheinlich wenig daraus mit in mein späteres Leben nehme, jedoch habe ich niemals in meiner bisherigen Lebenszeit eine Arbeit geschrieben, die einen derartigen Einfluss auf meinen Gemütszustand hatte.

2 Antworten zu “Nächster Artikel”

  1. Lieber T.,

    schön, dass Sie sich doch noch durchgerungen haben, etwas zu schreiben. Es wäre wichtig, den wissenschaftlichen Arbeitsprozess noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Es klingt etwas destruktiv, dass es sich um “Missverständnisse mit Ihrer Fachlehrerin” handelte und dass Sie wenig von der Arbeit an der Facharbeit für Ihr späteres Leben, z.B. im Studium nutzen können. Ihr Gemütszustand ist sehr wichtig, allerdings auch die Sache selbst. Auf diese sollten Sie noch mehr eingehen, denn diese sollte im Mittelpunkt stehen.
    Vielleicht versuchen Sie noch einmal, den Prozess des wissenschaftlichen ARbeitens in der Oberstufe etwas objektiver und mit weniger negativen Attributionen in den Blick zu nehmen.

    Viel Erfolg dabei,

    S.B.

  2. Lieber T.,

    lassen Sie uns noch einmal im Gespräch Ihre sehr interessanten Impulse aufgreifen, um zu einem noch besseren Facharbeitsergebnis und zu einem besseren Unterricht zu kommen. Aus meiner Perspektive ist es sehr interessant zu erfahren, dass weder meine Kommentare und das Entwickeln von Alternativen noch die Gespräche hilfreich waren, sondern lediglich “zu Missverständnissen” führten. Ich werde daraus lernen – für das Leben und für meinen Unterricht.

    Vielen Dank und freundliche Grüße

    Frau B.

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